Networking im Social Media
17. November 2009 von Sebastian Daume1. Einleitung
Social Networks sind in aller Munde. Es gibt kaum jemanden, der nicht bei Facebook, Studivz, Myspace, Wer-kennt-wen, Xing oder sonstwo registriert ist. Solche Plattformen privat zu nutzen, ist die eine Sache – doch Social Media können mehr, als einem nur dabei helfen, alte Freunde wiederzufinden. Wie Sie soziale Netzwerke auch für Ihr berufliches Weiterkommen und Ihr Selbstmarketing nutzen können, ist Thema des heutigen Artikels.
2. Social Networks und Social Media – was ist das eigentlich?
Laut Wikipedia ist Social Media „ein Schlagwort, mit dem soziale Netzwerke und Netzgemeinschaften verstanden werden, die als Plattformen zum gegenseitigen Austausch von Meinungen, Eindrücken und Erfahrungen dienen. Als Kommunikationsmittel wird dabei Text, Bild, Audio oder Video verwendet. Populäre Medien sind dabei Internetforen, Mailinglisten, Weblogs, Podcasting, Vlogs, Wikis und Social-Bookmarking-Dienste.“
Typische Social Networks sind Facebook oder Studivz. Gerade hat Universal McCann eine aktuelle Studie veröffentlicht. Innerhalb der letzten drei Jahre gab es eine Steigerung von 130 % bei der Nutzung von Social Media. Mittlerweile ist jeder zweite Internetnutzer bereits Mitglied in Social Communities.
3. Social Networks beruflich nutzen
Wer aber glaubt, Social Communities dienen lediglich dem Finden von alten Kontakten oder dem In-Verbindung-Bleiben mit Freunden, der irrt gewaltig. Wer heutzutage einen Job oder als Freiberufler einen neuen Auftrag sucht, schaut längst nicht mehr nur am Wochenende in die üblichen Printmedien. Online-Jobbörsen wie etwa Stepstone, Monster, Placement24.com oder Experteer boomen, und viele Firmen verzichten mittlerweile komplett auf das Ausschreiben in Tageszeitungen.
Viele dieser Online-Jobbörsen bieten die Möglichkeit, den eigenen Lebenslauf zu hinterlegen, der dann von anderen Usern abgerufen werden kann. Neben dieser eher passiven Möglichkeit kann und sollte man aber auch an anderer Stelle ganz gezielt aktiv werden – und zwar in Online-Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn. In den letzten Jahren hat sich nämlich gezeigt, dass Erfolg zu 60% aus Kontakten/Beziehungen, zu 30% aus Image/Selbstdarstellung und nur zu 10% aus Leistung/Fachkenntnis besteht! Das sogenannte Vitamin B ist also das A und O für den beruflichen Erfolg. Dementsprechend wichtiger werden solche Netzwerke – die Frage ist immer: Wer kennt Sie? Mittlerweile dienen Xing oder LinkedIn nicht mehr nur der reinen beruflichen Kontaktpflege, sondern auch und vor allem der Selbstvermarktung.
In diesen Online-Jobbörsen können registrierte Mitglieder ihr Profil anlegen, wobei man selbst entscheidet, was man letztendlich von sich preisgibt: derzeitige Position, beruflicher Werdegang, Qualifikationen, Interessen, Kontakte – die Möglichkeiten sind vielfältig. Wie bei jedem sozialen Netzwerk gilt natürlich auch (und vor allem!) hier: Wahren Sie in jedem Fall professionelle Distanz! Ein Foto von Ihnen am Strand hat auf Ihrer Seite ebenso wenig verloren wie ein Eintrag „Feiern, Bier trinken und Frauen“ unter Interessen. Machen Sie Werbung für sich, aber glänzen Sie mit Beruflichem und nicht mit Privatem! Ein ausgefallenes Hobby kann Sie interessant machen, doch auf die Dosierung kommt es an.
Ein besonderes Augenmerk sollte man auf die Pflege der eigenen Kontakte legen, denn für potenzielle Arbeitgeber und Headhunter zählt nicht nur, wen man selbst kennt, sondern vor allem, wer Sie kennt! Der günstigste Fall ist natürlich der, dass man sich selbst nicht einmal aktiv um einen neuen Job oder Auftrag bemühen muss, sondern gleich selbst von einem Kontakt angesprochen wird und bestenfalls ein Angebot erhält. Wichtigste Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche Jobsuche sind laut LinkedIn übrigens ein vollständig ausgefülltes Profil und mindestens 20 Kontakte.
Gerade kleinere Unternehmen und Freiberufler können mithilfe von Business-Netzwerken ihren Fokus vergrößern und aktiv Kommunikation mit Lieferanten und Kunden betreiben. Das erklärt auch, warum die Hauptkunden von Xing die Gruppe der Freiberufler darstellt.
4. Firmenseite bei Xing
Lange kursierte das Gerücht, jetzt ist es amtlich und in der Beta-Version für jeden zugänglich: Unternehmensprofile bei Xing. Hier werden alle Jobangebote dieser Firma auf Xing angezeigt und auch Events der Mitarbeiter dieser Firma. Interessant sind die Mitarbeiter-Statistiken, die sich nach Altersstruktur, Firmenzugehörigkeit, Karrierelevel und Sprachkenntnisse gliedern. In einer separaten Box wird außerdem angezeigt, was Mitarbeiter dieser Firma an Fähigkeiten zu bieten haben. Dass alle bei Xing registrierten Mitarbeiter dieser Firma aufrufbar sind, versteht sich ja quasi von selbst.
Ein Pferdefuß an der ganzen Sache: Man kann kein Firmenprofil selbst erstellen. So kann man bei Xing nachlesen: „Unternehmensprofile werden im Moment automatisch generiert, sobald mehr als vier XING-Mitglieder das Unternehmen in ihrem Profil unter “Firma (jetzt)” angeben. Freiberufler werden dabei nicht als Mitarbeiter gewertet. Außerdem müssen die Angaben zur Firma in den Profilen einheitlich sein und andere Kriterien wie Vollständigkeit und Korrektheit erfüllt werden. Alle 24 Stunden erfolgt eine automatische Prüfung, ob weitere Unternehmensprofile basierend auf den zuvor genannten Kriterien erstellt werden können.“
Alle Informationen und Statistiken werden also anhand der Mitgliederprofildaten automatisch generiert. Das Unternehmensprofil ist somit durch einen mit dem Aussehen des Profils unzufriedenem CEO nicht veränderbar und kann nicht beeinflusst werden. Heißt auch: Änderungen durch Namensgleichheiten oder ausgeschiedene Mitarbeiter momentan (noch) nicht möglich.
Weiteres Manko, grade für Freiberufler oder kleine Unternehmen: Da ein Unternehmensprofil erst dann erstellt wird, wenn vier oder mehr Mitarbeiter die Firma in ihrem Profil unter jetziger Firma angeben, sind kleine Unternehmen von vornherein ausgeschlossen.
Was auch nicht geht, ist, als Firma über die Unternehmensseite Stellenangebote anzubieten. Es gibt zwar „Jobangebote dieser Firma auf Xing“, doch müssen diese wie gewohnt kostenpflichtig im Market Place geschaltet werden. Außerdem schwierig grade für Firmen: Da die Daten der einzelnen Mitarbeiter als Grundlage dienen, wird sich der Chef natürlich überlegen, sämtliche Angestellten dazu zu motivieren, sich zu registrieren. Immerhin will ein solches Profil gepflegt werden – sieht ja komisch aus, wenn 75 % der Mitarbeiter weniger als ein Jahr im Unternehmen sind oder nur 1 % Managementstatus hat.
Bei all den Abers und Wenns gibt es aber auch ganz klare Vorteile für den Nutzer: Mit der Anzeige von Events kann eine Firma mithilfe ihrer Mitarbeiter ganz aktiv die eigene Attraktivität steigern, Employer Branding betreiben und somit für Aufmerksamkeit sorgen. Auch bietet das Unternehmensprofil einen sehr schönen Überblick über die Firma, und auch die gezielte Suche nach Stellenangeboten wird immens erleichtert.
5. Fazit
Wie unter anderem Zdnet berichtet, sind Kontrollen oder gar Verbote der Nutzung von Social Networks kontraproduktiv. „Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern die Nutzung von Social Networks nahelegen, anstatt sie zu verbieten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des britischen Think-Tanks Demos “ Social Networks sind „der Studie zufolge ein nützliches Instrument, um die Kommunikation innerhalb einer Firma zu fördern. […] Die Technologie zu nutzen, um Kontakt zu Ex-Mitarbeitern und potenziellen Kunden zu halten, könne die Produktivität steigern, heißt es in der Studie.“ Online-Business- und Soziale Netzwerke sind also ein zusätzlicher und effizienter Weg, um eine neue Beschäftigung zu finden und gleichzeitig wichtige Kontakte zu knüpfen und somit bestens geeignet, Werbung in eigener Sache zu machen.
In unserem nächsten Artikel vertiefen wir das Thema Social Media. Hier erfahren Sie dann alles über Twitter und wie Sie Micro-Blogging als Möglichkeit der Selbstvermarktung für sich und ihr berufliches Weiterkommen nutzen können.
Bis dahin: Auf zum fröhlichen Netzwerken!
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17 de November, 2009 at 23:46
[...] This post was mentioned on Twitter by FastBill.com, FastBill.com. FastBill.com said: FastBill Blog » Networking im Social Media http://bit.ly/1E8DJ4 – Praxistipss für Unternehmen [...]
18 de November, 2009 at 13:23
Wir von Yasni hatten zu dem Thema Karriere & Social Networks vor einigen Wochen mal eine Umfrage unter unseren Nutzern gestartet…das Ergebnis war, dass 50 Prozent aus Karrieregründen Social Networks meiden!
Wen die Umfrage genauer interessiert, kann die Ergebnisse sehr gerne in unserem Blog nachlesen:
http://blog.yasni.de/business/angst-vor-dem-beruflichen-aus/