Business Lexikon

Kleinbetragsrechnungen erleichtern den Unternehmer-Alltag ungemein.

Kleinbetragsrechnung

Das Umsatzsteuergesetz sieht für Rechnungen diverse Pflichtangaben vor. Sind diese in einer Rechnung nicht enthalten, darf die Umsatzsteuer (als Vorsteuer) vom Rechnungsempfänger nicht geltend gemacht werden.

 

Da im täglichen Leben jedoch auch viele Rechnungen mit relativ kleinen Beträgen an der Tagesordnung sind und die Kontrolle der regulären Pflichtangaben (§14 UStG) in keinem Verhältnis zur enthaltenen Steuer steht, hat der Gesetzgeber eine Vereinfachungsregel geschaffen.

 

Sofern der Rechnungsbetrag einschließlich Umsatzsteuer 150 € nicht übersteigt, kann eine sogenannte „Kleinbetragsrechnung“ ausgestellt werden. Diese Kleinbetragsrechnung muss abweichend von §14 UStG nur folgende Angaben enthalten:

  • den vollständigen Namen und die Anschrift des Rechnungsausstellers,
  • das Ausstellungsdatum der Rechnung,
  • die Menge und die handelsübliche Bezeichnung des Gegenstands der Lieferung (=Ware) oder die Art und den Umfang der sonstigen Leistung (=Dienstleistung),
  • das Entgelt und die Umsatzsteuer in einer Summe unter Angabe des jeweiligen Steuersatzes (getrennt nach Steuersätzen von z.B. 7% und 19%) und
  • einen Hinweis auf die Steuerbefreiung, wenn eine steuerfreie Leistung vorliegt.
 

Auf die Benennung des Leistungsempfängers, der Rechnungsnummer sowie der Steuernummer des leistenden Unternehmers kann hingegen verzichtet werden.

In den Fällen, bei denen der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer schuldet (sog. „Reverse-Charge-Verfahren“ gem. §13b UStG), kann keine Kleinbetragsrechnung ausgestellt werden. Bei innergemeinschaftlichen Lieferungen, also bei Lieferungen im EG-Raum, kann die Kleinbetragsregelung ebenfalls nicht angewendet werden.

VORSTEUERABZUG BEI KLEINBETRAGSRECHNUNG

Sind alle Pflichtangaben auf der Kleinbetragsrechnung enthalten, kann der Rechnungsempfänger die Vorsteuer gemäß dem angegebenen Steuersatz geltend machen. Die Vorsteuer ist dabei aus dem Gesamtbetrag herauszurechnen.

 

BEISPIELE

Diese zwei Beispiele soll die Berechnung der Vorsteuer bei einer Kleinbetragsrechnung verdeutlichen.

a.) b.)
Rechnungsbetrag 120€ 40€
UST.-Satz 19% 7%
Vorsteuerberechn. 120€ x 19/119 40€ x 7/107
Vorsteuer 19,16 2,62
 

Vom Rechnungsempfänger können im Beispiel a) 19,16€ und im Beispiel b) 2,62€ als Vorsteuer vom Unternehmen geltend gemacht werden.

WICHTIGER HINWEIS AUS DER PRAXIS

Bei Betriebsprüfungen versucht das Finanzamt gelegentlich den Vorsteuerabzug aus Kleinbetragsrechnungen zu verwehren, wenn der Leistungsempfänger zwar genannt wird, aber nicht exakt oder falsch bezeichnet ist. Da bei Kleinbetragsrechnungen der Leistungsempfänger aber überhaupt nicht benannt werden muss, ist die Nichtanerkennung durch das Finanzamt jedoch unzutreffend. Es ist in diesen Fällen auf den tatsächlichen Leistungsempfänger abzustellen.

 

KLEINBETRAGSRECHNUNG BALD BIS 300€?

Der Bundesrat hat im Juli 2015 im Zusammenhang mit dem Entwurf eines Bürokratie-Entlastungsgesetz eine Erhöhung der Wertgrenze für jede Kleinbetragsrechnung von 150 € auf 300 € vorgeschlagen. Eine Erhöhung würde sicherlich eine Erleichterung im Geschäftsalltag darstellen, aber leider ist dieser Punkt bisher nicht beschlossen worden.

Diese Themenseite wurde mit Unterstützung von Stefan Bobzin erstellt. Herr Bobzin ist Steuerberater in der Kanzlei "Schulz Eicken Gohr + Bobzin". Die Kanzlei hat langjährige Erfahrungen mit Mandanten, die FastBill für ihr Unternehmen nutzen.