Businessplan Teil 1 – eine gute Idee
15. August 2008Aller Anfang ist schwer: Das merken wir auch daran, dass wir von Euch vermehrt Fragen zu der Strukturierung von Geschäftsideen, Planungsvorgängen etc. erhalten haben. Deshalb wird es in den nächsten Beiträgen um die Themen
- Ideen
- Wichtige Fragen vor Start der Selbstständigkeit
- Businessplan und
- Finanzierung gehen.
Den Anfang machen wir mit dem Thema Ideenfindung – Im Laufe der Reihe, werden wir hoffentlich einige Fragen beantworten können.
Bei der Entscheidung zur Selbstständigkeit, gibt es oft schon Ansatzpunkte oder eine Idee, die man verfolgen möchte. Freelancer rutschen meist über Projektangebote in die Freiberuflichkeit und suchen dann erst einen Weg das eigene Tun zu strukturieren und auszubauen.  Um vom Wagen ins Konkrete zu kommen, hilft es, sich Zeit zum aktiven „Rumspinnen“ zu nehmen und sich Gedanken zu der eigenen Situation und vorstellbaren Möglichkeiten zu machen.
Mit Köpfchen Ideen finden
Hier helfen einige simple Kreativitätstechniken, die oft überraschende Ergebnisse zaubern: Empfehlenswert ist das klassische Brainstorming, bei dem man verschieden Personen bittet, sich zusammen zu setzten und wild alle Ideen zu einem Thema zu äußern. Die Sammlung dieser Ideen können im Nachgang strukturiert werden. Wer gerne alleine Gedanken sammelt, kann dies anhand einer Mindmap tun. Dabei wird das Thema in die Mitte geschrieben und davon ausgehend Punkte zum Thema immer weiter angefügt und verästelt. Sinnvoll ist es dabei vom Allgemeinen ins Spezielle zu gehen.
Wer kein Freund von viel vollgemaltem Papier ist, kann auch Mindmappingtools nutzen. Hier werden die angesprochenen und viele weitere Kreativitätstechniken beschrieben, die allesamt dabei helfen, aus den normalen Gedankenbahnen auszubrechen und neue Ideen zu entwickeln.
Als Tipp: Nicht verkrampft nach Ideen suchen, sondern entspannt den Gedanken Ihren Lauf lassen – dabei kommen immer noch die besten Ergebnisse zustande. Vielen Ideen entstehen z.B. unter der Dusche, auf der Toilette J oder vor dem Schlafen gehen.
Jedes Brainstorming kommt dann an seine Grenzen, wenn wichtige Informationen fehlen; Wenn z.B. Punkte zu Umsetzbarkeit, Marktsituation usw. nicht bekannt sind. Ist die grobe Richtung klar, macht es daher Sinn, sich dem aktuellen Markt zuzuwenden und alle erreichbaren Informationen zusammenzutragen.
Marktübersicht
Den Einblick in den angestrebten Markt gibt es über verschiedene Wege: Ein Anfang kann das persönliche Gespräch mit Kollegen oder Bekannten sein, denn hier ist es einfach, ungezwungen in alle Richtungen zu fragen und Trends und Probleme zu erkennen. Dann ist es ratsam einen genauen Blick in die branchenüblichen Fachmagazine zu werfen oder die klassische Internetrecherche zu Hilfe zu nehmen.
Aber: Bei letzterer Möglichkeit kann nie mit Sicherheit angenommen werden, dass alles Wichtige erfasst wurde, daher sollte das Internet nur einen Teil der Orientierungsbasis ausmachen.
Strategie
Ist der grobe Überblick einmal da, ist es ratsam die Konkurrenz auf dem Markt genauer unter die Lupe zu nehmen: Welche Strategien verfolgen die Mitbewerber, welche Zielgruppen werden angesprochen und wie sieht das Leistungsportfolio der Anderen aus? Aus einer solchen Mitwerberanalyse können wertvolle Rückschlusse auf die eigene Strategie getroffen werden. Sinnvolle Strategien können z.B. kopiert werden, Mehrwerte, die Andere nicht haben, können zu einer Nischenstrategie führen oder als Alleinstellungsmerkmale (USPs - unique selling propositions) ausgebaut werden.
Von der Idee zur klaren Vorstellung
Im Idealfall entwickelt sich die Idee mit jedem weiteren Überlegungsschritt weiter. Das ist grundsätzlich positiv, da so auch immer wieder neue Ideen entstehen. Recht bald solltet Ihr nicht mehr nur Ideen generieren, sondern diese auch zu Papier bringen und genau durchdenken.
Dazu empfehle ich Euch folgende Fragen schriftlich zu beantworten:
Welches Produkt/ Dienstleistung ist Basis der Geschäftsidee?
Welche Zielgruppe(n) soll(en) angesprochen werden?
Welche Informationen gibt es über den Markt?Welche Mitbewerber gibt es?
Wie sehen die Leistungsportfolios der Mitwerber aus?
Welchen Mehrwert kann ich, gegenüber den Mitwerbern, bieten?
Diese Informationen geben die Basis für jedes weitere Handeln und erfahrungsgemäß sollte der Zeitaufwand für eine solche Erarbeitung nicht unterschätzt werden. Genau diese Fragen sind auch die Grundlage jedes Businessplans.
Tipp: Diese Fragen sind nicht nur für einen selbst wichtig, sondern können verkürzt auch als Präsentation der Geschäftsidee für zukünftige Partner oder Geldgeber verwendet werden.
Soviel zunächst zu der (hoffentlich) guten Idee und deren Ausarbeitung. Im nächsten Eintrag werden wir dann etwas genauer auf die einzelnen Bestandteile des Businessplans eingehen.
Schönes Tüfteln und hier noch einige Links zum Thema:

