Was sind Verbindlichkeiten? Was sind Rückstellungen?

Verbindlichkeit - Was ist eine Verbindlichkeit?

Verbindlichkeiten und Rückstellungen sind Begriffe aus dem Bilanz- und Steuerrecht. Immer wenn Unternehmer eine Leistung erhalten, die Gegenleistung aber erst zu einem späteren Zeitpunkt erbringen, entstehen Verbindlichkeiten. Doch worin unterscheiden sich Verbindlichkeiten und Rückstellungen voreinander, wenn es sich bei beiden um Verpflichtungen zur Erbringung einer bestimmten Leistung handelt?

Inhaltsangabe

  1. Was versteht man unter Verbindlichkeiten?
  2. Was zeichnet eine Verbindlichkeit aus? 
  3. Verschiedene Arten von Verbindlichkeiten in der Bilanz 
  4. Was versteht man unter Rückstellungen?
  5. Beispiel für Verbindlichkeit
  6. Beispiel für Rückstellung

Was versteht man unter Verbindlichkeiten?

Grundsätzlich handelt es sich bei Verbindlichkeiten um Schulden, wobei dies nichts mit einer Ver- oder Überschuldung zu tun haben muss. Verbindlichkeiten entstehen immer, wenn ein Schuldner die vereinbarte Gegenleistung zur bereits erhaltenen Leistung eines Gläubigers noch nicht erbracht hat. Beispielsweise ist das dann der Fall, wenn du als Unternehmer Waren von deinem Lieferanten erhältst und diese erst zu einem später vereinbarten Zeitpunkt bezahlst. In diesem Fall gehst du als Unternehmer (Schuldner) deinem Lieferanten (Gläubiger) gegenüber eine Verbindlichkeit ein. In der Praxis handelt es sich bei einer Verbindlichkeit meistens um eine Verpflichtung des Schuldners zu einer Geldzahlung. Es gibt aber auch andere Verbindlichkeiten.

Was zeichnet eine Verbindlichkeit aus?

Verbindlichkeiten sind also in gewisser Weise Schulden, von denen im Vorhinein eindeutig festgelegt ist, in welcher Höhe und in welchem Zeitraum die Gegenleistung erfolgen muss. Das wichtigste Merkmal einer Verbindlichkeit ist somit, dass diese der Höhe und dem Grunde nach gewiss ist. Nimmst du zum Beispiel bei deiner Bank einen Kredit auf, wird die Rückzahlung der Schulden mit der Ratenhöhe und der Rückzahlungsdauer genau festgelegt. Es entsteht eine Verbindlichkeit. Du weißt genau welche Verpflichtung du eingehst und warum beziehungsweise wann du deine Schulden an den Gläubiger zurückbezahlen musst.
Im übrigen gilt eine Barzahlung einer Ware an der Kasse nicht als Verbindlichkeit, da die Erbringung der Leistung und der Gegenleistung zum gleichen Zeitpunkt erfolgt.

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Verschiedene Arten von Verbindlichkeiten in der Bilanz

Da es sich bei allen Verbindlichkeiten um Schulden handelt, werden sie in der Bilanz selbstverständlich auf der Passivseite verbucht. Im Rahmen der doppelten Buchhaltung werden sämtliche Verbindlichkeiten eines Unternehmens als gemeinsamer Posten "Verbindlichkeiten" geführt.
Zu ihnen gehören:

  • Anleihen
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
  • Erhaltene Anzahlungen von Kunden
  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Schuldwechsel
  • Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
  • Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit einem Beteiligungsverhältnis
  • sonstige Verbindlichkeiten, zB. Steuern, soziale Sicherheit

Was versteht man unter Rückstellungen?

Ähnlich wie Verbindlichkeiten gehören auch Rückstellungen zu den Schulden eines Unternehmens und scheinen in der Bilanz als Fremdkapital auf. Rückstellungen benötigst du immer dann, wenn die Verpflichtung zur Erbringung einer Leistung noch ungewiss ist. Bei einer Verbindlichkeit weißt du genau, warum, wann und wie lange du einer Verpflichtung nachkommen musst. Anders bei Rückstellungen. Hier ist zumindest ein Parameter unbekannt. Als Unternehmer kannst du beispielsweise Rückstellungen bilden, um für drohende Verpflichtungen vorzusorgen und so mögliche Verluste zu begrenzen. Besonders gängig sind auch Pensionsrückstellungen, da die Höhe und der Beginn der Auszahlung noch unbekannt sind. Verwechsle Rückstellungen jedoch nicht mit Rücklagen. Bei Rücklagen handelt es sich um Eigenkapital, sie werden in der Bilanz entsprechend auf der Habenseite verbucht.

Beispiel für Verbindlichkeit

Beispiel: Malermeister Tausendschön wird von einem Kunden auf Schadenersatz verklagt. Es kommt zu einem Verfahren und Malermeister Tausendschön wird am 02.12.2019 zur Bezahlung eines Betrages von EUR 2.400,-- bis längstens 20.12.2019 verurteilt.

Antwort: Unser Malermeister weiß genau, welchen Betrag er zu welchem Stichtag bezahlen muss. Daher handelt es sich um eine Verbindlichkeit gegenüber der klagenden Partei.

Beispiel für Rückstellung

Beispiel: Malermeister Tausendschön wird von einem Kunden auf Schadenersatz verklagt. Es kommt zu einem Verfahren, wobei der Gerichtstermin noch nicht feststeht. Das anhängige Verfahren wird noch einige Monate andauern.

Antwort: Da unser Malermeister noch nicht weiß, wie das Verfahren enden wird, bildet er eine Rückstellung, um seiner möglichen Verpflichtung zur Zahlung von Schadenersatz nachkommen zu können.

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verfasst von
Hendrik Kehres
Hendrik ist ein Experte im Bereich Online Marketing & SEO. Hier gibt er Tipps rund um Finanzen, Buchhaltung und Gründung für Selbständige und all die, die noch in der Planungsphase stecken.