Das Betriebsergebnis

Das Ergebnis zählt! Dieser simple wie richtige Spruch gilt auch für das Geschäftsleben. Für eine erfolgreiche Unternehmensführung solltest du dir jedoch die Ergebniskennzahlen etwas differenzierter ansehen. Das Betriebsergebnis ist eine außerordentlich wichtige Kennzahl. Sie zeigt dir, ob du mit deinem Unternehmenszweck Geld verdienst.

Inhaltsangabe

  1. Was ist das Betriebsergebnis?
  2. Wie errechnet sich das Betriebsergebnis?
  3. Betriebsergebnis nach dem Umsatzkostenverfahren
  4. Betriebsergebnis nach dem Gesamtkostenverfahren
  5. Vom Betriebsergebnis zum Gewinn

Was ist das Betriebsergebnis?

Das Betriebsergebnis ist eine Kennzahl aus dem Handelsgesetzbuch und errechnet sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Betrachtung umfasst immer eine bestimmte Periode. Es zeigt dir genau an, welchen Betriebserfolg du mit deinem eigentlichen Betriebszweck erzielt hast.

Angenommen, du betreibst ein Fahrradgeschäft und lieferst auf Wunsch auch Fahrräder zu deinen Kunden. Nun verkaufst du dein Lieferfahrzeug, weil du ein gutes Leasingangebot für ein neues Fahrzeug wahrnehmen möchtest. Dadurch hast du zwar Einnahmen für dein Geschäft erwirtschaftet, allerdings haben diese nichts mit dem eigentlichen Geschäftszweck, dem Verkauf von Fahrrädern und Serviceleistungen, zu tun. Daher fließen diese Erträge nicht in das Betriebsergebnis ein, da sie für die Beurteilung, wie sich der Verkauf der Fahrräder entwickelt, keine Rolle spielen.

Wie errechnet sich das Betriebsergebnis?

Um das Betriebsergebnis zu ermitteln, werden aus der Gewinn- und Verlustrechnung die betrieblichen Aufwendungen den betrieblichen Erträgen gegenübergestellt. Das Ergebnis ist ein Betriebsgewinn oder Betriebsverlust.

In deinem beispielhaften Fahrradgeschäft sind die Fahrradverkäufe und Serviceleistungen die wesentlichen Betriebseinnahmen und der Einkauf der Fahrräder wesentliche Betriebsausgaben. Betriebsfremde Ausgaben, wie Steuern und Zinsen, werden nicht berücksichtigt. Daher wird das Betriebsergebnis auch EBIT (Earnings before interest and taxes) genannt.

Um das Betriebsergebnis zu ermitteln, wird zwischen Umsatzkostenverfahren und Gesamtkostenverfahren unterschieden. Bilanzierungspflichtige Unternehmer können sich in Deutschland nach dem Handelsgesetzbuch für eine der beiden Varianten entscheiden, müssen dann allerdings die gewählte Variante beibehalten. Welches der beiden Verfahren sinnvoll ist, um deinen Betriebsgewinn zu ermitteln, richtet sich vor allem nach der Firmenstruktur und Art der Produkte. Das Betriebsergebnis wird in Deutschland am häufigsten durch das Gesamtkostenverfahren dargestellt. Auch wenn die Darstellungen sich unterscheiden, der Betriebserfolg ist natürlich in beiden Verfahren immer identisch.

Betriebsergebnis nach dem Umsatzkostenverfahren

Eines der wesentlichen Merkmale des Umsatzkostenverfahrens ist, dass die Aufwendungen und Erträge genau dort festgestellt werden, wo sie entstehen. Betriebswirtschaftlich entspricht dies in Teilen der Kostenstellenrechnung. Es werden auch nur die in der Abrechnungsperiode angefallenen Aufwendungen und Erträge herangezogen. Der zweite wesentliche Unterschied ist die Darstellung von Bestandsveränderungen der Erzeugnisse (Veränderung Lagerbestand).

Um mit dem Umsatzkostenverfahren zum Betriebsergebnis zu kommen, stelle dir vor, dass dein Fahrradgeschäft inzwischen aus mehreren Filialen und einer großen Werkstatt besteht. Du beschäftigst in beiden Bereichen viele Mitarbeiter und bist dabei, deinen Onlinehandel erheblich auszubauen, um den Betriebsgewinn zu erhöhen. Um das Betriebsergebnis zu ermitteln, werden exakt die Aufwendungen den dazugehörigen Umsätzen zugeordnet. Für die verkauften Fahrräder im Abrechnungszeitraum genau die dazu passenden Einkaufsrechnungen. Verkauf bedeutet Vertriebskosten. Dies können die Kosten der Verkäufer sein. Jedoch nur die, die exakt den getätigten Umsätzen zuzuordnen sind. In dieser Aufwandsart Vertrieb erfasst du dann beispielsweise auch die Kosten eines Mitarbeiters während des Verkaufs von Fahrrädern, der ansonsten in der Werkstatt beschäftigt ist. Beim Umsatzkostenverfahren wirst du auf diese Art und Weise feststellen können, wie sich das Betriebsergebnis durch den Ausbau des Onlinehandels verändert. Du wirst erkennen, welchen Anteil der Aufwand Vertrieb hat und ob sich dieser verändert hat. Du erhältst wesentliche Kennzahlen, auch wenn deine Mitarbeiter in Werkstatt und Verkauf immer mal übergreifend arbeiten.

Betriebsergebnis nach dem Gesamtkostenverfahren

Beim Gesamtkostenverfahren kommst du durch die Gegenüberstellung der Aufwendungen zu den Erträgen nach Aufwandsarten zum Betriebsergebnis. Die Betrachtung erfolgt wieder innerhalb einer Abrechnungsperiode.

Ausgangsbasis, um das Betriebsergebnis zu ermitteln, ist auch hier der Umsatz innerhalb einer bestimmten Periode. Ansonsten werden alle Aufwendungen und Erträge nach Aufwandsart und Ertragsart erfasst. Was nun das Betriebsergebnis verfälschen würde, ist der üblicherweise veränderte Lagerbestand. Um dies richtigzustellen, wird der genaue Lagerbestand am Ende der Abrechnungsperiode mit dem Anfangsbestand verglichen und die Differenz als Bestandsveränderung in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Dadurch ist das Betriebsergebnis richtig dargestellt.

Das Betriebsergebnis wird in deinem Fahrradgeschäft somit spätestens nach der Inventur exakt ausgewiesen. Eine permanente Lagerwirtschaft würde eine laufende Auswertung unterstützen.

Vom Betriebsergebnis zum Gewinn

Das operative Ergebnis, wie das Betriebsergebnis auch bezeichnet wird, stellt den Erfolg aus der typischen geschäftlichen Tätigkeit dar. Daher spricht man auch vom Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Es ist eine Zahl, die auch bei größeren Unternehmen nicht zwingend veröffentlicht wird. Sie gibt jedoch einen wesentlichen Eindruck zum Betriebserfolg in der betrachteten Periode.

Auch wenn das Betriebsergebnis eine äußerst wichtige Zahl zur Beurteilung deines unternehmerischen Wirkens ist, gibt es eine Reihe von finanziellen Belastungen, die nicht mit dem typischen Betriebszweck zu tun haben. Zu diesen betriebsfremden Aufwendungen zählen vor allem Steuern und Zinsen. Auch Aufwendungen wie Spenden gehören zu betriebsfremden Aufwendungen. Zinseinkünfte sind betriebsfremde Erträge und werden ebenfalls nicht für das Betriebsergebnis bewertet.

Der Gewinn einer Unternehmung, im Unterschied zum Betriebsergebnis, ist der gesamte Erfolg mit allen Aufwendungen und Erträgen. Innerhalb der Bilanz drückt sich der Gewinn oder Verlust durch die Veränderung des Kapitals innerhalb der Abrechnungsperiode, meistens ein Jahr, aus.

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verfasst von
Hendrik Kehres
Hendrik ist ein Experte im Bereich Online Marketing & SEO. Hier gibt er Tipps rund um Finanzen, Buchhaltung und Gründung für Selbständige und all die, die noch in der Planungsphase stecken.