Digitalsteuer - Was verspricht man sich von der Digitalsteuer?

Die Digitalsteuer – was hat es damit auf sich?

Immer häufiger ist im Allgemeinen von einer neuen Digitalsteuer die Rede, die für mehr Gerechtigkeit im Netz sorgen soll. Doch was genau steckt hinter diesem Begriff und an wen richtet sich eine derartige Steuer? In diesem Beitrag möchten wir dies genauer beleuchten und dir erklären, was es mit der neuen Digitalsteuer im Detail auf sich hat.

Inhaltsangabe

  1. Was ist die Digitalsteuer konkret?
  2. Die Ziele der neuen Digitalsteuer
  3. So sieht die neue Steuer in Deutschland aus
  4. Die Vorteile der kommenden Digitalsteuer
  5. Nachteile für Verbraucher und Konsumenten
  6. Neue Schwierigkeiten im internationalen Handel
  7. Gute Ideen – schwierige Umsetzung

Was ist die Digitalsteuer konkret?

Bei der Digitalsteuer handelt es sich um eine europäische Grundidee, nach der vor allem Konzerne wie Google, Amazon und Facebook zusätzlich in europäischen Ländern Steuern zahlen sollen. Dies ist bisher nur in sehr geringen Teilen der Fall, wodurch immer mehr Bereiche der lokalen Wirtschaft durch die Internetriesen verdrängt werden. Einfach ausgedrückt setzt sich die Digitalsteuer dafür ein, dass Steuern an dem Ort bezahlt werden, an dem der Gewinn erzielt wurde. Steueroasen sollen auf diese Weise verhindert werden, um Digitalkonzerne angemessen zu besteuern.

Die Ziele der neuen Digitalsteuer

Da durch das Verschieben finanzieller Gewinne immer weniger Steuereinnahmen durch große Konzerne an den Staat fließen, soll durch ein neues Steuermodell für mehr Gerechtigkeit gesorgt werden. Dies würde in der Theorie zu deutlich mehr Fairness und Gerechtigkeit am Markt führen, um eine steuerlich eindeutigere Zuordnung zu gewährleisten. Durch die Umsetzung auf europäischer Ebene soll diese neue Regelung in allen Mitgliedsstaaten greifen.

Das Ziel ist es daher, finanzielle und steuerliche Alleingänge anderer Staaten zu minimieren und die Digitalsteuer zur Vereinheitlichung der Verhältnisse zu nutzen. Dennoch besteht bisher nur wenig Klarheit darüber, wie die neue Steuer im Detail aussehen soll. Vor allem durch die vielen Länder und Interessengruppen werden noch viele europäische Verhandlungen erforderlich sein.

So sieht die neue Steuer in Deutschland aus

Wie bei allen europäischen Regelungen und Verordnungen wird es jedoch darauf hinauslaufen, dass jedes Land die Digitalsteuer in einer abgewandelten Form übernimmt. Auch Deutschland befasst sich bereits mit der konkreten Ausgestaltung, da die Digitalsteuer für die Bundesrepublik als Exportland mit einigen Schwierigkeiten verbunden ist. Besonders die lukrative Autoindustrie wäre dadurch von einigen finanziellen Nachteilen begleitet, da viele Verkäufe auch in anderen Ländern und Regionen stattfinden. Daher nehmen auch kritische Stimmen in Verbindung mit der Digitalsteuer weiter zu.

Die Vorteile der kommenden Digitalsteuer

Aus finanzieller Sicht hätte eine europäische Digitalsteuer jedoch einige Vorteile. Sie bringt nach ersten Schätzungen bis zu fünf Milliarden Euro in die europäischen Kassen, die wiederum für die Förderung neuer wirtschaftlicher Projekte verwendet werden könnten. Da nach aktuellem Schlüssel von einem Mindestjahresumsatz in Höhe von 750 Millionen Euro nur 100 Unternehmen betroffen wären, beschränken sich die zusätzlichen Einnahmen nur auf wenige Bereiche.

Dennoch soll die Regelung für mehr Transparenz und Gerechtigkeit sorgen, um die EU als Wirtschaftsraum zu stärken und digitale Projekte umfassend zu fördern. Durch Steueroasen und finanzielle Schlupflöcher entgehen der EU jährlich viele Milliarden Euro, weshalb die neue Steuer für mehr Verantwortung sorgen soll. Dennoch ist die Steuer nicht nur mit positiven Aspekten verbunden, sondern lässt durchaus neue Herausforderungen im internationalen Handel entstehen.

Nachteile für Verbraucher und Konsumenten

Die meisten privaten und betrieblichen Verbraucher großer digitaler Angebote bemerken wenig von den steuerlichen Vorteilen, die große digitale Unternehmen bisher genießen. Sollte eine neue Digitalsteuer entstehen, ist eine preisliche Auslagerung auf den Konsumenten daher durchaus denkbar. Das Ziel sollte es allerdings nicht sein, die Verbraucher zusätzlich zu belasten. Daher sollte die Form der Digitalsteuer für große Konzerne im Vorhinein detailliert geprüft werden.

Ein weiteres Problem ist, dass die Digitalsteuer nur für Digitalkonzerne gelten wird. Dies schafft zusätzliche Ungerechtigkeit, da große Unternehmen in anderen Bereichen weiterhin von Steueroasen profitieren und sich die Staaten mit den geringsten Steuersätzen aussuchen. So schlagen einzelne Staaten durchaus vor, die Digitalsteuer auch auf andere Branchen und Bereiche auszuweiten, um für mehr steuerliche Gerechtigkeit und Nachvollziehbarkeit zu sorgen.

Neue Schwierigkeiten im internationalen Handel

Da viele der großen Konzerne in den USA und anderen Staaten außerhalb der EU sitzen, entwickelt sich der internationale Handel zu einer enormen Herausforderung. Schon heute droht die US-Regierung damit, den neuen Ansatz der Digitalsteuer als Verstoß gegen die Welthandelsorganisation (WTO) zu verzeichnen. Mit Strafzöllen würde in dieser Hinsicht keine neue Entlastung geschaffen werden, sondern lediglich eine Preisverschiebung und Auslagerung direkt auf den Konsumenten.

Besonders für die USA hätte eine derartige Steuer einige Nachteile, die sich negativ auf die transatlantischen Beziehungen auswirken könnten. Digitalkonzerne sitzen zu großen Teilen in den USA, weshalb die Digitalsteuer lediglich der EU neues Geld in die Kassen spülen würde. Daher wird es auch in Zukunft schwierig, eine Digitalsteuer zu etablieren, die ohne Gegenkonsequenzen angenommen und verwirklicht wird. Einfacher als ein europaweites Steuersystem wäre es daher, eigene Innovationen und Ansätze zu fördern und selbst wirkungsvolle Digitalkonzerne zu schaffen.

Gute Ideen – schwierige Umsetzung

Das Problem einer Digitalsteuer sind daher die vielen unterschiedlichen Interessen, die bei einem derartigen Projekt aufeinandertreffen. Daher ist es sinnvoll, den Blick von den Finanzen auf eigenständige Innovationen zu weiten und mit eigenen Ideen erfolgreich zu sein. Klar ist, dass eine einseitige Besteuerung amerikanischer Digitalkonzerne nicht sanktionslos hingenommen wird, wenn die deutsche Autoindustrie gleichzeitig Gewinne in den USA und vielen anderen Ländern generiert. Denn die Steuereinnahmen liegen hierzu allein bei Deutschland. So wird sich erst in Zukunft zeigen, was die EU an den Plänen der Digitalsteuer noch verändert und ob es jemals zur Einführung kommt.

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verfasst von
Kimia Yourdkhani
Kimia ist Werkstudentin bei Fastbill im Bereich Online Marketing. Hier gibt sie inspirierende Ideen rund um das Thema Finanzen und Buchhaltung.