Gob - Grundsätze der ordnungsmäßiger Buchführung

GoB – die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung

Du möchtest deine Buchführung durchdacht und strukturiert bewältigen? Dann sind die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein wichtiger Ansatz für dich. Hierbei handelt es sich um eine gute Grundlage für Geschäftstüchtige, um den gängigen Vorgaben des Finanzamts aus rechtlicher Sicht gerecht zu werden. In diesem Beitrag informieren wir dich über die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und zeigen dir, welche Prinzipien du rund um das System beachten solltest.

Inhaltsangabe

  1. Für wen gelten die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung?
  2. Die sechs GoB Grundsätze im Überblick
  3. Die Abgrenzungsgrundsätze rund um die GoB
  4. Alle Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung
  5. So unterscheiden sich GoB und GoBD
  6. Die Sanktionen bei Verstößen gegen die GoB
  7. Durch die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung zu mehr Komfort

Für wen gelten die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung?

Grundsätzlich gelten die Grundlagen für alle Einbuchungen gängiger Geschäftsvorfälle. Dies betrifft vor allem Unternehmer, für die eine ordnungsmäßige Buchführung der wichtigste Ansatz zur vollständigen und strukturierten Erfassung ist. Auch in Verbindung mit einer zusätzlichen Steuerberatung oder einem Partner für die Buchführung orientieren sich die zuständigen Experten an den gängigen Anforderungen. Daher handelt es sich bei den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung um praktische Richtlinien, die direkt im HGB festgelegt wurden. Dort lassen sich die vollständigen Details und Formulierungen noch einmal in Ruhe durchlesen.

Die sechs GoB Grundsätze im Überblick

Grundsätzlich unterteilen sich die GoB Leitlinien in sechs zusammenhängende Grundsätze. Diese sollen dem Nutzer die nötige Sicherheit bezüglich eigener Daten bieten. Die folgenden Aspekte sind an dieser Stelle entscheidend und sollten bei sämtlichen Geschäftsvorfällen beachtet werden:

Richtigkeit und Willkürfreiheit

Alle verbuchten Aspekte müssen tatsächlich stattgefunden haben, ohne dass es zu Missverständnissen kommt. Daher ist eine Übereinstimmung mit den Vorschriften der Rechnungslegung zwingend erforderlich. Vor allem bei Schätzungen spielt die Willkürfreiheit eine entscheidende Rolle. Diese dürfen daher lediglich auf Basis realistischer Annahmen erfolgen. Ist dies nicht der Fall, darf der entsprechende Geschäftsvorfall nicht geschätzt werden.

Klarheit und Übersichtlichkeit

Sämtliche Details der Buchführung müssen klar und übersichtlich dargestellt sein. Dies hat das Ziel, dass auch Dritte, eventuell also der Prüfer des Finanzamts, mit den Daten arbeiten können. Wenn es um Klarheit und Übersichtlichkeit geht, sollte die Buchführung daher keine Fragen offenlassen. Sollten einzelne Bereiche nicht eindeutig aus der Darstellung hervorgehen, kann auch in diesen Fällen eine Schätzung angeordnet werden. Diese gilt es zu vermeiden.

Einzelbewertung

Ebenfalls wichtig ist der Grundsatz der Einzelbewertung. Hierbei sollten alle Vermögensgegenstände einzeln bewertet und entsprechend eingestuft werden. Sollte dies nicht vollständig möglich sein, sind Erleichterungen ein beliebtes Mittel für die Bilanz. Hierzu gehören beispielsweise Elemente wie die Festbewertung oder die Gruppenbewertung. Dies soll jedoch die Ausnahme darstellen, um den Grundsatz der Einzelbewertung zu wahren.

Vollständigkeit

Wenn es um buchführungspflichtige Sachverhalte geht, kommt es auf eine vollständige Umsetzung an. Dies bezieht sich auf alle Vorgänge, die eine Änderung des Vermögens zu bedeuten haben. Auch für deinen Jahresabschluss ist die Vollständigkeit entscheidend, um für eine durchdachte Darstellung zu sorgen. Am Bilanzstichtag müssen daher alle wichtigen Daten präsent sein, um die Sachverhalte so eindeutig und strukturiert wie möglich zu erfassen.

Sicherheit

Deine Daten müssen nach dem Grundsatz der Sicherheit vollständig und detailliert archiviert werden. Dies ist ein wichtiger Bestandteil der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, weshalb es auf eine wirksame und strukturierte Lösung ankommt. Der Sicherheitsansatz spielt daher auch für die Einstufung durch das Finanzamt eine wichtige Rolle, um den gängigen Aufbewahrungsfristen zu entsprechen.

Belegprinzip

Für jeden Geschäftsvorfall muss es einen konkreten Beleg geben. Durch diesen lassen sich die damit verbundenen Verhältnismäßigkeiten bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt prüfen, um die Richtigkeit aller relevanten Angaben zu gewährleisten. Dadurch hast du als Unternehmer die Verantwortung, eine schnelle und reibungslose Zurückverfolgung zu ermöglichen. Besonders für die Führung eines zusätzlichen Kassenbuchs ist dieser Grundsatz von Bedeutung.

Die Abgrenzungsgrundsätze rund um die GoB

Wenn es um den richtigen Zeitpunkt zur Erfassung von Aufwendungen, Erträgen, Gewinnen und Verlusten geht, spielen die Abgrenzungsgrundsätze eine entscheidende Rolle. Die folgenden Aspekte sind an dieser Stelle rund um die GoB verankert und gelten als wichtige Prinzipien:

Realisationsprinzip

Du darfst Gewinne erst dann verrechnen, wenn sie auch wirklich erzielt wurden. Sie müssen daher der Realität entsprechen und sind erst nach Eingang der Zahlung Teil deiner Einkünfte.

Imparitätsprinzip

Mögliche Verluste musst du zu dem Zeitpunkt einplanen, an dem sie vorhersehbar werden. Dies gilt beispielsweise für Verluste aus schwebenden Geschäften, die sich bereits erkennen lassen.

Periodenabgrenzung

Die Zuordnung von Aufwendungen und Erträgen muss exakt in dem Jahr erfolgen, in dem sie entstanden sind. Dies entspricht den Anforderungen der festgelegten Abgrenzungsvorsätze.

Vorsichtsprinzip

Risiken und Verluste müssen im Vorhinein sicher und vorsichtig kalkuliert werden. Auch zukünftige Probleme solltest du rund um das Vorsichtsprinzip nach Möglichkeit beachten.

Alle Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung

Nicht nur für deine Abrechnung, sondern auch für die Bilanzierung gibt es fest definierte und einheitliche Standards. Diese spielen im Rahmen der doppelten Buchführung eine Rolle und sind die Basis für eine kompakte und reibungslose Erfassung. Die folgenden Aspekte sind hierbei wichtig:

Bilanzklarheit

Für deine Bilanz benötigst du eine eindeutige und klare Gliederung. Dies geht aus dem Ansatz der Bilanzklarheit hervor, der den Experten und beauftragten Firmen natürlich bekannt ist.

Bilanzwahrheit

Sowohl bezüglich der Vollständigkeit als auch für die Wahrheit gibt es klare Vorgaben. So musst du deine Bilanz immer vollständig und ausschließlich mit wahren Behauptungen abgeben.

Bilanzkontinuität

Deine Bilanzen sind bei jeder Abgabe auf dieselbe Art und Weise wie zuvor gegliedert werden. Dies geht aus dem Ansatz der Bilanzkontinuität für deine Buchführung hervor.

Bilanzidentität

Bei der Schlussbilanz des letzten Jahres und der Eröffnungsbilanz des aktuellen Jahres darf es keine Abweichungen geben. Beide Erfassungen müssen vollständig identisch sein.

So unterscheiden sich GoB und GoBD

Doch nicht nur die GoB haben sich zu einer wichtigen Komponente für einheitliche Standards entwickelt. Auch die GoBD ist mittlerweile brandaktuell, da sie die Spezifizierung der GoB im Rahmen der elektronischen Buchführung bestimmt. Dort gelten neben den bereits vorgestellten Aspekten einige Besonderheiten zur digitalen Umsetzung, die du möglichst kennen solltest.

So umfasst die GoBD beispielsweise Hinweise und Vorschriften zur korrekten Aufbewahrung digitaler Dokumente. Diese sind stets in der Form aufzubewahren, wie sie auch eingegangen sind. Vor Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren dürfen daher keine Veränderungen an den Datenbeständen vorgenommen werden. Eine weitere Voraussetzung laut GoBD stellt die Indexierung der eingegangenen Daten dar. Zudem ist die Erreichbarkeit des Anhangs durch den Index während der gesamten Aufbewahrungsfrist sicherzustellen, um einen stetigen Zugriff zu ermöglichen.

Die Sanktionen bei Verstößen gegen die GoB

Trotz der eindeutigen und klar formulierten Grundsätze gibt es immer wieder Verstöße gegen die GoB. Hierbei hat das Finanzamt mehrere Möglichkeiten, auf den Verstoß zu reagieren und eine fallspezifische Entscheidung zu treffen. Bei kleineren Vergehen lässt sich der Verstoß bereits durch eine Berichtigung des Fehlers relativieren, in anderen Fällen muss eine Teileinschätzung verändert werden. Auch die Berichtigung durch eine neue Gesamtschätzung durch das Finanzamt ist möglich.

Für Unternehmer kann eine derartige Schätzung schnell schlimme finanzielle Folgen haben, da diese häufig nicht von den besten Zahlen ausgeht. So kann es beispielsweise zu einer ungünstigen Schätzung der Besteuerungsgrundlage sowie zum Einzug bestimmter Vergünstigungen kommen. In besonders schwerwiegenden Fällen sind auch Steuerstrafverfahren ein probates Mittel.

Durch die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung zu mehr Komfort

Grundsätzlich gelten die GoB bei sämtlichen Einbuchungen neuer Geschäftsvorfälle. Daher ist es wichtig, sich bei der eigenständigen Buchführung im Vorhinein das nötige Know-how anzueignen. Solltest du deine Buchführung professionell umsetzen lassen, hast du hierbei jedoch keine Probleme. Die zertifizierten und professionellen Berater sind rechtlich in der Regel auf dem neusten Stand und wissen, worauf es bei den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ankommt. So kannst du dich sowohl für die Einhaltung der GoB als auch rund um die GoBD auf kompetente Lösungen verlassen.

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verfasst von
Hendrik Kehres
Hendrik ist ein Experte im Bereich Online Marketing & SEO. Hier gibt er Tipps rund um Finanzen, Buchhaltung und Gründung für Selbständige und all die, die noch in der Planungsphase stecken.